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Otto-Bauer-Gasse, 1060 Wien

Historisches Erbe, neu interpretiert

Warum sollte man am Strand sitzen, wenn man ein Gebäude bauen kann? Kevin Roche
  • Planungszeit:
  • 2025-2026
  • Leistungsumfang:
  • Architektur, Entwurf, Einreichung, Ausführungs- und Detailplanung, 3D
  • Fotos/Pläne:
  • Martin Haas Architekten
  • 2025-2026
  • Architektur, Entwurf, Einreichung, Ausführungs- und Detailplanung, 3D
  • Martin Haas Architekten

Weitläufige Dachterrassen, die sich über mehrere Ebenen staffeln, Sonnensegel über begrünten Freibereichen, der Himmel über Mariahilf als ständiger Begleiter. Was der Dachgeschoßausbau an der Otto-Bauer-Gasse 17 verspricht, ist nichts weniger als eine neue Art des urbanen Wohnens. Von der Straßenecke aus betrachtet, verschmilzt die zeitgenössische Dachlandschaft mit der bestehenden Kubatur, als hätte sie schon immer dazugehört. Erst aus der Vogelperspektive offenbart sich das ganze Ausmaß des Entwurfs.

Dabei ruht diese kühne Vision auf einem Fundament voller Geschichte. Das Haus selbst, ein frühhistoristischer Bau aus den 1860er-Jahren, markiert den Übergang vom Biedermeier zur Gründerzeit. Die Gasse, bis 1949 Kasernengasse genannt nach der längst abgerissenen Gumpendorfer Kaserne, trägt heute den Namen des Politikers Otto Bauer. Noch spürt man hier die vorstädtische Vergangenheit Gumpendorfs, als Weingärten und Handwerksbetriebe das Straßenbild prägten.

Gerade dieser Kontrast macht den Reiz des Projekts aus. Wo sich einst das Dach als schlichter Abschluss über die historistische Fassade legte, entsteht nun eine dreidimensionale Wohnlandschaft zwischen Glas, Holz und Grün. Die Otto-Bauer-Gasse 17 zeigt Architektur nicht als statisches Monument, sondern als lebendigen Organismus, fähig, sich zu transformieren und neue Schichten anzunehmen.